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Kapitel 17 aus Teil 2 Malavir - Das Erwachen

Der Marsch


 

Die Sonne war, verdeckt von Wolken, in Malavir aufgegangen. Faris stand, zum Marsch bereit, nahe des Waldes.

Ruhig stand er auf einem kleinen Abhang und schien in Gedanken versunken zu sein. „Jener Weg, den ich zum Aufbruch nach Zana ritt!“ Er schloss die Augen, als er an die schrecklichen Bilder dachte, die ihn verfolgten und innerlich zum erfrieren brachten. Schnell öffnete er seine müden Augen.

Er trug seinen dunklen, alten Umhang, seine braune, dunkle Hose und seine alten Stiefel. Auf dem Rücken hatte er sein Schwert, das wahre Erbstück Malavirs, gebunden.

Od, sein Pferd, und ein anderes Ross standen nahe des Nebel atmenden Waldes bereit und warteten auf ihre Führer.

Laira lief schüchtern, aber vollen Mutes, leise zu Faris, der sie schon bemerkt hatte.

Sie war neu gekleidet, in Kampfmontur, gelbblau war ihre Rüstung, die sie trug, ein Schwert an der linken Seite, ihr helles, braunes Haar hatte sie zu einem Zopf geflochten.                                

Faris blickte sie nicht an; zu sehr konzentriert und in sich gekehrt war er.     

Sie lief zu ihrem Pferd und streichelte es.

Ruhe und Stille umgab den kühlen Morgen.

Faris war es, der als erster sprach. „Prinzessin, gebt Acht, ich reite schnell.“ Laira lächelte kühl und sprang gekonnt in einem Satz auf und schoss nach vorn in den dunklen Wald.

Faris schaute ihr kurz lächelnd hinterher und folgte ihr ebenso stürmisch. Er saß auf und Od eilte ihr hinterher.

 

Wulfian und Ror sahen vom Schlossfenster aus alles mit an. Besorgt waren beide Gesichter über ihre Reise.

„Ich hoffe, er weiß, was er tut!“, sprach Wulfian skeptisch.

„Er liebt sie! Alles würde er für sie tun.“

„Ich weiß, doch das Volk liebt ihn auch. Victarius und Aruk warten nur darauf, dass er sie sucht, dass er Malavir verlässt. Malavir ist zurück, als die Bewohner ihren totgeglaubten Prinzen sahen, erstarkten ihre Herzen zu alter Stärke! Wenn er jetzt geht und nicht mehr wiederkommt was dann?“

„Es wird sich alles zum Guten wenden. Wir werden achtsam sein!“, stärkte ihn Ror. Wulfian sah ihn zustimmend, aber besorgt an.

 

Der Tag brach nun heiter an, hell glänzte die Sonne, voller Kraft, auf die Felder und Wälder von Malavir.

Faris und Laira führten ihre Pferde voller Stolz und ritten geschwind die Wege entlang.          

Faris’ Haar flog nach hinten, im starken Windzug des Ritts. Laira folgte voller Konzentration und führte die Zügel majestätisch, als sie schneller nach vorn stürmte.

 

Lange ritten sie, so schnell wie nur möglich über die Ebenen und durch die Wälder Malavirs. Faris’ dunkles Ross Od schnaubte hart aus, als Faris es streichelte und beruhigte.

Langsam trabten sie aus und gönnten ihren Tieren eine Verschnaufpause.

Laira kam hinzu und atmete schnell.

Faris sah sie nicht an, sondern blickte nur ernst nach vorn.

„Die Grenze zu Vakkerun ist nicht mehr weit.“ Faris nickte.

Sie ritten dem Ende des Waldes entgegen.

„Unauffällig und mit der Schnelligkeit von Od müssen wir nach Perlik. Ich bin bald da, Sahra, oh Sahra…“, dachte Faris.


Dies ist ein zufälliges ausgewähltes Kapitel aus Malavir - Das Erwachen.

                                               (Alle Rechte bei Faris Verlag ©)

Kapitel 23 aus Teil 2 Malavir - Das Erwachen

 

Ankunft Xarocs

 


Das Meer war ruhig und weißlicher Nebel lag in der Nacht und schlängelte sich, wie ein unsichtbares Seidentuch, auf dem Wasser entlang. Kleine blasse Lichter schimmerten schwach in der Kluft des schweren Meernebels.

Auf einmal begann das Wasser, immer mehr in Bewegung zu kommen, Berge von Wellen hoben auf und ab und stachen durch das Nebeltuch über dem Meer. Ein leises Schlagen ertönte und kolossale, schwarze Schiffe aus Xaroc stießen hervor. Hunderte von Rudern brachen aus dem Bug und schossen in das aufgepeitschte Meer. Wie der Nachthimmel selbst sah es nun aus, bedeckt von diesem Teppich aus Kriegsschiffen. In der Form eines langen Speeres schossen weitere, schnelle Schiffe hinter dem größten, klippenhohen Schiff heran. Lichter, von ebenso dunkler Erscheinung, brannten auf jedem einzelnen.

Vor der Hafenbucht Vakkeruns waren das Knarren und das Brechen von Metall und Holz zu hören, sowie das Gekeuche und die Atemzüge derer, die sich auf dem Schiff befanden.

Die Wachmänner schlugen Alarm und die Wachen am Hafen brachten sich in Stellung. Die vakkerunischen Männer standen mit Fackeln an den Stegen und sahen gebannt die ankommenden, noch nie zuvor erblickten Schiffe an. Der düstere Klang brachte alle am Hafen und in der Burg zum Aufhorchen. Ein Schlagen von Trommeln, im Rhythmus, das Johlen und das Ächzen von Holz erklangen. Die Männer gerieten langsam in Angst; Panik brach aus, als sie sahen, wie schnell das Schiff auf sie zugeschossen kam, kein Segel, nur Ruder, keinen Anker warf man aus. Männer rannten und holten Seile und Taue. Schreie ertönten und man entfernte sich vom Hafenbecken, in welches das schwarze Schiff zu knallen schien. Unter erschrockener Stille der Männer blieb das Schiff plötzlich stehen. Der Hafensteg war zu schmal für die westlichen Schiffe, beim anlegen würden sie zerschellen.

Die Männer am Hafen sahen staunend hinauf, es war meterhoch und stand direkt vor ihnen an der Hafenmauer. Eine breite Klappe inmitten des Bugs schoss von Deck hinab ins Wasser. Gepanzerte Krieger, so breit wie zwei und so hoch wie drei Menschen, sprangen in das eiskalte Meer hinein und zogen die metallene Klappe mit Seilen in Ufernähe. Etliche von ihnen strömten aus, richteten und hoben die Metallplatte des Bugs zu hunderten hoch. Staunend sahen die Menschen zu, wie die mächtigen Nats die Platte auf die Mauer des Hafens fallen ließen.

Stille und Schreie der Krieger im Meer und auf der Mauer hörte man. Ruhig standen alle Schiffe hinter dem einen großen, welches wie ein lebendiger Schatten wirkte. Lichter fluteten das Deck, die sich im Wind bewegten und der Gestalt des Schiffes eine Aura verlieh, die die Anwesenden stumm vernahmen.

Im Hintergrund sah man Victarius mit seiner königlichen Garde heranreiten. Nichts war zu hören; keiner der vakkerunischen Männer bewegte sich, ihre Blicke waren auf die Ladefläche dieses noch nie zuvor erblickten Schiffes gerichtet. Nur das Schnaufen und Grollen der Insassen der Schiffe im eisigen Wind erklang.

Victarius ritt mit seiner Garde vor die Ladefläche, stieg ab und präsentierte sich lächelnd. Ihn ihm quoll der Stolz der Macht hervor, als er die kraftvollen Kampfschiffe sah.

Schritte ertönten auf der metallenen Ladefläche, langsame Schritte knallten in der Stille. Dann sah man die zwei vermummten Gestalten, bei deren Anblick selbst die schwer atmenden Nats Ruhe einkehren ließen.

Zwei Frauen in Mänteln, eine dürr und groß, die andere beleibter und kleiner, schritten langsam in ihren nachtgleichen, dunklen Gewändern nach vorn, zu ihm. Wenig sah man, allein die hellen, weißen Hautstücke, die die Kapuzen nicht bedeckten, konnte man erkennen. Victarius öffnete die Hand und knickte ein.

„Willkommen, Herrscherinnen aus Xaroc, in Vakkerun.“

Sie blieben stehen und sagten nichts. Die Dürre sprach schließlich mit ihrer verrauchten Stimme. „Victarius! So ist es!“ Sie liefen weiter.

Ein Karren schoss mit unbekannten dunklen Zugtieren auf die Ladefläche, zu den Frauen hinunter. Sie stiegen auf und ritten nach vorn. In diesem Moment brach ein gewaltiger Lärm los.

Victarius sah auf das aufschäumende Meer. Auf den Schiffen brach ein Krach aus, die Kriegerhorden strömten heraus, Fackeln zischten auf dem ganzen dunklen Meer auf. Victarius’ Blick schweifte über das brennende Meer. Er erkannte die Mengen, die unzähligen, bewegten, schwarzen Punkte, Schreie von Tieren, Horden von Kriegern drängten auf der Ladeklappe auf den Hafen zu. Victarius war überwältigt. Erschrocken und bang sahen die vakkerunischen Krieger diesem Schauspiel entgegen, ein Einmarsch Xarocs, solche eine Stärke eine Übermacht war es.

Die Hälfte dieses Heeres würde ausreichen, um Vakkerun zu stürzen., flüsterte ein Krieger einem stummen, noch schauriger blickenden Krieger zu, der seinen Kopf nach oben gerichtet hatte, um das Schiff, welches einer schwimmenden Burg glich, zu betrachten.

Victarius wandete sich ab, stieg wieder auf sein Ross und stieß es an. Er folgte den langsam reitenden, schwarzen Frauen mit seiner Garde. Er ritt neben ihnen und starrte sie regelrecht an.

Sie standen auf dem Wagen und bewegten sich kein einziges Mal.

War eure Fahrt angenehm? fragte er mehr nach Aufmerksamkeit abzielend als ernsthaft interressiert.

Die gespensterähnlichen Zugtiere gaben merkwürdige Geräusche von sich und die Frauen schossen in Richtung seiner Burg davon, ohne eine Notiz von ihm zu nehmen.

Victarius sah ihnen nur hinterher, dann blickte er zurück, als er Gekreische und ein Erdbeben wahrnahm.

Um den Hafen bildeten sich Kolonnen von nicht enden wollenden Massen von Nats. Nats, die direkt aus der Vergangenheit hierher gekommen sind, so schien es Victarius, da er diese Panzer, diese Macht, kannte. Von dem Anblick dieser Massen erregt, sah er nach vorn und ritt vollen Triumphgenusses weiter.


Die Männer aus Vakkerun sahen voller Furcht zu, sie wichen den ankommenden Horden aus und verfolgten ängstlich deren Weg. Jeder spürte nun die unendliche Macht ihres alten Feindes, ihre Stärke, den nahenden Krieg, jetzt waren sie bereit, nach Osten und Süden zu ziehen. Als würden ihnen die Fehler und der Wahnsinn ihres Königs nun endlich bewusst werden, schauten sie verbittert und voller Furcht ihrem alten Feind zu.


Der Wagen mit den Frauen wartete vor dem Burgtor auf Victarius' Ankunft. Sie stiegen langsam ab und liefen, als Victarius eintraf, mit ihm die Burgstufen hinauf und betraten seine Festung. Victarius war vollkommen verändert, in einem Bann des Sieges, den die Aura dieser zwei Frauen in ihm auslöste. Ihre Wirkung war eisern, wie die des Boten Garond, doch weitaus mächtiger, denn man spürte die uralte, kalte Kraft, die sie ausstrahlten.

Im Thronsaal schritten sie gezielt zum Thron.

Victarius sah sie nur fragend an. Ich freu mich, diese Ehre zu tragen!

Die Dürre der zwei Frauen setzte sich auf seinen Thron, die Dicke blieb dicht bei ihr stehen. Ihre Gesichter sah man trotz des Lichtes nicht unter den Mänteln, die metallisch dunkel wirkten und gelbgrünlich schimmerten. Berichte von Faris!, krächzte Dlawoh heraus, was Victarius ein Lächeln in sein Gesicht zog.


Dies ist ein zufälliges ausgewähltes Kapitel aus Malavir - Das Erwachen.

                                               (Alle Rechte bei Faris Verlag ©)

Kapitel 24 aus Teil 1 Malavir - Der Verrat


Melians Last



Der Morgen brach allmählich an in Malavir. Melian saß in seinem kleinen Zimmer und sah zu dem Holzboden, dabei hielt er das Amulett von Danatus in seinen Händen.

Die Bewohner Malavirs waren am heutigen Tage zu einer Feierlichkeit bestellt wurden, doch die Furcht in Allen lag wie eine meterhohe Schneedecke über ihnen. Die nicht zu begreifende Situation ließ alle wie gelähmt wirken. Die Wesen, die Tag ein und Tag aus kamen, wurden zu immer schrecklicheren Kreaturen. Ihre Haut war zerrissen und narbig. Ihre Waffen ähnelten stark der Schmiedekunst Xarocs. Spitze, grobe Waffen waren es, geschmiedet ohne jede Tradition, mit nur einem Ziel.

Das Schloss wuchs von Stunde zu Stunde zu einem noch größeren Lager von Kriegern heran. Außerhalb des Landes richtete man weitere Plätze für die Unterkunft der malavirschen Kämpfer her. Die Bewohner waren wie versteinert von alledem, die Trauer um Faris ließ sie in ihrer Furcht still schweigend alles mit ansehen. Längst erinnerte man sich an die alten Wesen, an den alten Krieg.

 

Melian stand auf und sah sich im Spiegel an, lange betrachtete er sich. Das graue Gewand, welches er trug, kratzte und war unbequem. Er ging zu dem Bett, auf dem der Brustpanzer lag, den er erhielt. Ausgiebig sah er den bedrohlich wirkenden, pechschwarzen Panzer an. Abwertend hob er ihn hoch. Er war schwer und an manchen Stellen waren bronzene Reste zu sehen, die wie Rost schienen. Er legte ihn um, wie auch sein neu erhaltenes Schwert, welches nur unter hohem Kraftaufwand zu führen war. Der Griff war rau, die Klinge groß und schnell geschmiedet, ohne jede Sorgfalt. Dann blickte er zu dem Helm, der auch auf dem Bett lag. Er schloss seine Augen, als er sich ihn anlegte. Der Helm trug überall geschwungene Wülsten und Zacken. Wie eines der Wesen sah er nun aus und genauso fühlte er sich. Er schämte sich, doch er hatte keine andere Wahl. Er trug das Zeichen der Hauptmänner, schief eingebrannt auf der Schulter. Schlecht zu sehen war das alte Symbol von Malavir; das neue Emblem, die Krallen, die Zeichen Xarocs überdeckten es. Er sah schlecht durch die kleinen Schlitze des Helms, das Atmen fiel ihm schwer. Ein Röcheln hörte man leise im Helm. Er stand vor dem Spiegel und betrachtete sich so, als ob er jemanden anderen dort sah.         

Heute ist der Tag, an dem die Krieger Aruk, dem neuen König, ihre Eide schwören sollen! Aruk wird zum König gekrönt.“ Sein Herz wollte zerspringen. Er wusste nicht, wie weh dies tun würde, so nah an der größten Sünde seines Lebens zu stehen. Trompeten ertönten als Zeichen des Anbruchs der Zeremonie. Er atmete schwerer. Seit dem Tode Rabanors, dem Vater von Faris, hatte Malavir keinen König! Prinz Faris war auf dem Weg seine Liebe nach Malavir zu holen, um sie zur Frau zu nehmen und das Erbe mit ihr anzutreten. Ein Jahr vor seinem achtzehnten Lebensjahr musste er auf sie warten, wie es seit Jahrtausenden Tradition war, um das Band der Liebe zu stärken, um sich im Augenblick des Sehens ungetrennt zu fühlen. Genau in diesem Moment, in der Zeit der Bestimmung, brach alles ein.“ Melian sah auf und flüsterte leise Aruks Namen, wie den eines Mörders. „Aruk!“  Die Tür ging auf und ein Diener stand vor Melian. „Verzeiht, ich soll euch Kunde über die Zeremonie geben. Das gesamte Volk soll heute eintreffen, wenn unser Herr Aruk zum König gekrönt wird. Das Heer soll ihm dabei seinen Eid leisten. Die Hauptmänner sollen an des Königs Füßen knien.“

Melian sagte nichts, als der Diener hinausging. Er legte den Helm ab und ging langsam zum Fenster, weil er von draußen Geräusche hörte.

Viele Leute erkannte er in dem prächtig geschmückten Hof. Die Gesichter derer, die eintrafen, waren jedoch schwer zu deuten. Die Stimmung war bedrückt und die Mienen eisern. Eine der Frauen, die mit ihren Kindern im Hof stand, trug endlose Hoffnungslosigkeit in ihrem Blick. Hörner und Trompeten begannen zu ertönen. Ein Klang, den man lange nicht wahrgenommen hatte.

Melian trat zur Tür und trug seinen Helm unter der Schulter. „Nun beginnt also das Schauspiel.“ Er betrat langsam den Gang. Das graue Licht flutete die offenen Flure des Schlosses. Der königliche Garten glänzte nicht in seinen sonst gewohnten Farben. Er durchschritt den langen Flur und lief durch die Biegung nach links, dann öffnete er eine Tür und lief nach unten in den Innenhof, den viele Wachen beaufsichtigten.

Er betrat den Hof und ließ seinen Blick schweifen. Er sah viele der Nats und Krieger, die das Schlosstor bewachten. Gemurmel hörte man von überall, doch die Kälte war deutlich zu spüren, keine Freude war zu erkennen. Melian folgte einem seitlichen Weg. Der Innenhof war voll mit umher laufenden Menschen und Dienern, die eifrig dabei waren, alles vorzubereiten. Weiter vorn, am Balkon des Königssaals, war eine Art Anhöhe angebracht. Um sie standen die meisten der Heerestruppen. Die Fahnen des neuen Bündnisses wehten überall. Schmiede, Bauern, etliche trafen ein. Viele standen nur starr da und beobachteten alles, nur wenige aßen und tranken.

Ein trauriges Schauspiel.“ Melian schritt langsam zur Tribüne hin. Er erkannte, je näher er kam, die verräterischen Kämpfer.

Verächtlich schauten sie ihn an, als er an ihnen vorbei lief.

Boten aus Vakkerun und Malavir standen ebenso nahe der Tribüne. Sie tuschelten und sahen einigen Hoffrauen hinterher.
„Wann soll denn das Fest beginnen?“ Die Boten erschraken und lächelten ihn an, als sie ihn sahen. Leise begann einer zu sprechen. 
„Wie ich hörte, sollen…“ Er trat näher. „…einige Missverständnisse aufgetaucht sein!“ 
„So?“, sprach Melian mit kleiner Freude.
„Ja, die Erbstücke sollen nicht aufzufinden sein! Aruk soll kochen vor Wut!“
Melian sah erstaunt, mit froher Miene auf und freute sich innerlich.
„Aber ich weiß von nichts!“ 
Melian ging voller Zufriedenheit in Richtung des Burgtores. „Die Erbstücke von Malavir, der alten Könige unseres Landes!“ Er war in Gedanken vertieft und ging langsam weiter. Diese Erbstücke sind uralt! Viele erinnern sich noch an ihren Glanz und ihren Ursprung. Doch es ist nur dem wahren König bestimmt, ihren Aufenthaltsort zu kennen. Eine prächtige Krone und eine Klinge, die alle Macht der Könige inne trägt. Legenden und Sagen ragen sich um sie. Welch schönes Gefühl, dass Aruk sich nicht um diese Schätze zu bedienen weiß. Welch ein Glück, dann wird das Volk es verstehen und ihn als Lügner erkennen, dann fällt der trügerische Vorhang.“ Voller Hoffnung lief er weiter. 

 

Dies ist ein zufälliges ausgewähltes Kapitel aus Malavir - Der Verrat.

(Alle Rechte bei Faris Verlag ©)

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